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    23. Oktober

    Von A nach B

    Nachhaltigkeit prägt unsere Lieferkette: zu jeder Zeit, an jedem Ort.

    Gerade als international agierendes Unternehmen ist es für die L&R Gruppe besonders wichtig, nachhaltiges Handeln in der kompletten Wertschöpfungskette abzubilden. Neben ökologischen Parametern spielen aber auch ökonomische Faktoren bei der Betrachtung von Nachhaltigkeit in Unternehmen eine wichtige Rolle:

    • Was kaufen wir wo ein, um wettbewerbsfähig zu bleiben?
    • Wo sind die Märkte, die wir bedienen wollen und können?
    • Wie haben wir die Transparenz der komplexen Supply Chain jederzeit im Blick und können schnell auf Veränderungen reagieren?

    Ökologisch nachhaltiges Handeln beginnt für L&R bereits in der Produktentwicklung und umfasst den Einkauf der Rohstoffe,den Herstellungsprozess, die Auslieferung sowie die Anwendung und Entsorgung der Produkte. In allen Bereichen achtet L&R auf ressourcenschonende Prozesse und Produktionsverfahren, umweltfreundliche Materialien und eine umwelt- und energieschonende Logistik.

    „Vom klassischen Verbandsstoff bis zum modernen Therapie- und Pflegesystem entwickeln, produzieren und vertreiben wir individuelle Lösungen für die medizinischen Herausforderungen von Patienten und Healthcare Professionals. Wir stellen sicher, dass während der gesamten Wertschöpfungskette unsere Nachhaltigkeits-Key-Performance-Indicators bestmöglich berücksichtigt werden.“

    Thomas Menitz
    Senior Executive VP & COO

    Welche Beispiele gibt es für die Entwicklung von nachhaltigen Produkten bei L&R?

    Suprasorb X ist ein feuchtigkeitsregulieren der Wundverband für nicht infizierte Wunden. Durch die einzigartige Struktur der biosynthetischen HydroBalance-Fasern wird je nach Wundzustand Feuchtigkeit an die Wunde gegeben oder überschüssiges Exsudat aufgenommen.

    Der Wundverband besteht aus bakterieller Nanocellulose (BNC)und Wasser. BNC ist ein Biopolymer, das von Bakterien aus Glukose gewonnen wird. Die Bakteriencellulose besteht aus dem nachwachsenden Rohstoff Nata de Coco (Kokosnuss).Seit über 100 Jahren wird Nata de Coco unter anderem auf Farmen auf den Philippinen als Naturprodukt angebaut. Lokale Lieferanten übernehmen Ernte, Weiterverarbeitung und Versand der Bulkware an die L&R Produktionsstätten. Hier werden die Produkte nach sorgfältigen Qualitätsprüfungen zu hochwertigen Wundverbänden weiterverarbeitet.

    Das L&R Tochterunternehmen Rauscher Consumer Products entwickelt und produziert unter anderem auch Hygieneprodukte für den Consumer-Bereich. Bereits seit vielen Jahren stehen besonders nachhaltige Kriterien schon bei der Produktentwicklung und Produktion im Vordergrund.

    Die Bellawa umweltfreundlichen Wattestäbchen sind aus natürlicher, weicher Baumwollwatte und ohne Chlorbleiche hergestellt. Ihr Stab besteht aus leicht verrottbarem Papier, die Verpackung zu 100 Prozent aus Recyclingkarton. Das Produkt ist plastikfrei, biologisch abbaubar, ressourcenschonend und vegan.

    Bei den Bellawa fairtrade Wattestäbchen besteht der Kopf aus natürlicher, weicher, hundertprozentiger Baumwolle, die nach Fairtrade- Kriterien zertifiziert ist.

    Beide Produkte erfüllen nicht nur alle Anforderungen an ein Wattestäbchen zur täglichen Hygiene und Körperpflege der Haut, sondern sind auch eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Wattestäbchen mit Plastikanteil und kommen dem voraussichtlichen Verbot der EU ab 2021 von Wattestäbchen mit Plastikanteil zuvor.

    Woher bezieht die L&R Gruppe die Rohstoffe für die Produkte?

    Die Verwendung hochwertiger Rohstoffe bestimmt in hohem Maße die ausgezeichnete Qualität der Produkte. L&R arbeitet auf der Grundlage des zertifizierten Qualitätsmanagementsystems ISO 13485 und ISO 9001. Das Unternehmen agiert nach definierten Standards, mit geprüften Rohstoffen, Zukaufteilen, Komponenten und Dienstleistungen.

    Ein langjähriger Partner für die Lieferung von Rohstoffen ist zum Beispiel das Unternehmen Lenzing aus Österreich. Lenzing beliefert L&R mit Viskosefasern, die aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt werden. Der Viskose-Zellstoff ist biozertifiziert und wird in einem umweltschonenden Verarbeitungsprozess produziert.

    Weitere Beispiele für die Auswahl von nachhaltig gewonnenen und verwerteten Rohstoffen sind die verwendeten Garne in den Textilien der L&R Gruppe. Sie sind nach Standard 100 by Oeko-Tex zertifiziert.

    Welchen Lieferanten vertraut die L&R Gruppe?

    L&R arbeitet weltweit mit circa 1.300 Lieferanten zusammen.Für alle Lieferanten gilt der Code of Conduct, in dem unsere sozialen und ökologischen Anforderungen festgehalten werden. Alle Lieferanten unterliegen einem strengen und klar definierten Qualifizierungsprozess anhand kaufmännischer, regulatorischer und qualitativer Kriterien. Sie werden fortlaufen dim Rahmen der regelmäßigen Lieferantenaudits überprüft.

    „Neben ökonomischen Kriterien überprüfen wir unsere Lieferanten auch anhand sozialer und ökologischer Maßstäbe. Unsere hohen Qualitätsstandards und der Code of Conduct sind für unsere Lieferanten bindend. Von ihnen erwarten wir mehr als die Lieferung erstklassiger Rohstoffe, Produkte und Dienstleistungen. Wir betrachten sie als wichtige Partner vor Ort, mit denen wir gemeinsam unsere Ziele in der erfolgreichen Produktentwicklung und kontinuierlichen Verbesserung von Produkten und Prozessen erreichen können.“

    Rolf Hieronimus
    Leiter Einkauf und Beschaffung

    Welche Fortschritte gibt es in der Produktion und bei den Transportwegen?

    Ressourcenschonende Prozesse und Produktionsverfahren haben einen hohen Stellenwert in der nachhaltigen Wertschöpfungskette des Unternehmens. Die L&R Gruppe hat die nachhaltige Unternehmensführung zu einem Fokus-Thema in der Strategieentwicklung und-umsetzung ernannt. Das zeigt sich unter anderem auch bei den Investitionsvolumen. Im Jahr 2018 wurden Nachhaltigkeitsprojekte in Produktion und Gebäudemanagement in Höhe von mehr als 1,3 Mio. Euro umgesetzt.

    Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Grundsatz in der täglichen Management-Praxis des Unternehmens. L&R arbeitet nach dem Kaizen-Prinzip, welches die kontinuierliche Verbesserung zum Ziel hat und von den Nachhaltigkeitsverantwortlichen im Unternehmen auf der Basis von KPIs kontinuierlich überwacht und umgesetzt wird. Ein Monitoring stellt regelmäßig die entsprechenden Zahlen zur Verfügung, auf deren Grundlage die Einhaltung der Umweltrichtlinien überprüft wird.

    Auch bei den Transportwegen arbeitet das Unternehmen kontinuierlich an effizienteren und CO2-reduzierenden Lösungen.

    So vermindert L&R beispielsweise an einem wichtigen Produktionsstandort in Xishui, China, die CO2-Emission durch die Umstellung auf Local Sourcing, also die Beschaffung benötigter Materialien möglichst nah am Produktionsstandort. Zuvor wurden die Rohstoffe für die Produktion in China oftmals aus Europa importiert. Seit 2015 wuchs der Anteil an Local Sourcing von 36 Prozent im Jahr 2015 auf 56 Prozent im Jahr 2018.

    Das starke Wachstum der L&R Gruppe führte ebenfalls zur Eröffnung neuer Logistik-Hubs auf allen fünf Kontinenten.

    „Die Einrichtung lokaler Verteilerzentren ist auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ein positiver Schritt. Die kurzen Transportwege führen zu eindeutigen Verbesserungen in der Lieferkette in puncto Effizienz und Ressourcenschonung. Die L&R Gruppe hat in den letzten Jahren neue regionale Logistik-Hubs in Shanghai, Melbourne, Milwaukee und Brasilien eröffnet. Neuseeland und Nordafrika werden derzeit bewertet.

    Die Fakten und konkreten Zahlen sprechen für sich. Zur nachhaltigeren Orchestrierung der Warenströme und der Warenauslieferung bieten wir unseren Kunden und Geschäftspartnern 91.248 qm Fläche in den Verteilerzentren, 94.942 qm Stellfläche für Paletten, 7.346 tägliche Auslieferungen von durchschnittlich 30.754 Produkten an Kunden, 421 L&R Mitarbeiter arbeiten weltweit in den Logistik-Hubs.“

    Dr. Wolfgang Zimmermann
    Director of Supply Chain Management

    L&R entwickelt seine Logistiklösungen in der Lieferkette kontinuierlich weiter. Während die Logistik-Route zwischen Asien und Europa beispielsweise bisher in Containern über den Seeweg verlief, testet L&R in einem Pilotprojekt die Beförderung über Rail-&-Road-Container Transporte. Express-Lieferungen aus China wurden bislang per Luftfracht, verbunden mit hohen Kosten und entsprechendem CO2-Ausstoß, verschickt. In Zukunft werden diese Transporte auf die Schiene verlagert.

    Schritt für Schritt ans Ziel.
    Jedes umgesetzte Projekt führt zu einer höheren Effizienz und damit zu einer Schonung von Ressourcen und Verbesserung der CO2-Bilanz:

    • Die Optimierung der Frachtrouten in Österreich durch die Auflösung des verbindlichen Tourenplanes.
    • Die erfolgreiche Kooperation mit der österreichischen Post ermöglicht schon seit vielen Jahren die CO2-neutrale Zustellung von Briefen, Paketen und Werbesendungen.
    • Die Verwendung von CNG-Erdgas-Fahrzeugen im Außendienst in Deutschland ermöglicht ressourcenschonende Kundenbetreuung.
    Welche Schritte unternimmt L&R, um Verpackungen nachhaltiger zu gestalten?

    Beim Thema Verpackung folgt L&R immer demselben Grundsatz: „vermeiden – vermindern – verwerten“. Die Teilnahme an den nationalen und internationalen Verpackungsabfall-Entsorgungssystemen (zum Beispiel Grüner Punkt) ist für das Unternehmen selbstverständlich, das Gleiche gilt für die konsequente Vermeidung der Verwendung von Polyvinylchlorid (PVC) als Verpackungsmaterial oder Packmittel.

    Seit dem 1.1.2019 gilt in Deutschland das neue Verpackungsgesetz als Nachfolgeregelung zur Verpackungsverordnung. L&R hat sich mit seinen Marken und Produkten bereits in der LUCID-Datenbank, die von der neuen „Zentralen Stiftung Verpackungsregister“ eingerichtet wurde, registriert. Diese Stiftung ist dem Bundesumweltamt unterstellt. L&R kommt seiner Verpflichtung zur Teilnahme an den Verwertungssystemen für Verpackungen wie auch in der Vergangenheit in den nationalen Entsorgungssystemen wie Grüner Punkt, ARA, ECOKOM etc. vollständig nach.

    Wie in den anderen Bereichen der Lieferkette geht es auch beim Thema der Verpackung um die laufende Prozessoptimierung zur Reduzierung des Materialeinsatzes sowie die Nutzung von Standardlösungen und Materialien über alle Werke hinweg zur Reduzierung von Komplexität, Abfall und Transportvolumen (Baukastenprinzip).

    Die Reduzierung des Schachtelsortimentes für Binden von L&R (Jahresvolumen sechs Millionen Produkte) macht deutlich, welche Einsparungen durch ein verbessertes Baukastenprinzip erreicht werden können. In einer konzernweiten Vereinheitlichung der Verpackungen und Reduzierung von 95 verschiedenen Schachtelformaten auf 48 sowie mit der Vereinheitlichung von sieben Materialqualitäten auf drei Qualitäten konnte die Reduktion des ökologischen Fußabdrucks nicht nur durch eine Verringerung der Material- und Herstellungskosten, sondern auch durch die Reduzierung von Lager- und Transportvolumen erreicht werden. Möglich war dies durch eine bessere Bündelung der Bedarfsmessung sowie eine Reduzierung im Ausschuss beim Vorlieferanten und in der Eigenproduktion durch weniger Rüstwechsel und Anfahrausschuss.

    Gerade die Verpackungen von Damenhygiene-Produkten durchlaufen einen stetigen Optimierungsprozess. Aktuell werden in einer Vielzahl von Projekten beispielsweise die technische Machbarkeit weiterer Materialreduktionen sowie die Verwendung von nachwachsendem und kompostierbarem Material (Polylactid- Folie auf Pflanzenbasis, zersetzbarer Kunststoffabfall) geprüft.

    Wie sieht die CO2-Bilanz der L&R Gruppe aus?

    Um langfristig die CO2-Bilanz der L&R Gruppe gezielt weiter verbessern zu können, wurde ein Pilotprojekt aufgesetzt, um zunächst den Carbon Footprint eines Produktes zu ermitteln.

    Dieser Product Carbon Footprint (PCF) gibt Auskunft über die gesamten Treibhausemissionen, die im Lebenszyklus eines Produktes auftreten. Der PCF wird in kg CO2-Äquivalenten für eine definierte funktionelle Einheit berechnet. L&R lässt den PCF nach ISO 14.040/14.044 von vier Tampon-Größen (Mini, Normal, Super und Super Plus) ermitteln. In diesem Prozess werden alle relevanten Roh- und Hilfsstoffe sowie Energieträger berücksichtigt. Dies dient als Basis, um den ökologischen Fußabdruck der Produkte transparent darzustellen und nachhaltig zu reduzieren.

    Dieser Artikel stammt aus unserem Nachhaltigkeitsreport 2018/19. Den gesamten Report finden Sie hier zum Download.