4. Dezember

    Energieeffizient unter und auf dem Dach.

    L&R investiert in nachhaltige Gebäude & Infrastruktur.

     

     

    Nachhaltig gestaltete Gebäude leisten einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Dieser sehr pauschalen Aussage würde wohl kaum jemand widersprechen. Allein, sie wird dem großen Potenzial, welches hinter diesem allgemeingültigen Befund steckt, kaum gerecht. Denn die Energieersparnis, die durch energieeffiziente Gebäude(teile) erzielt werden kann, ist immens. 

    2017 schätzte der BDI, der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V., in einem Positionspapier zum Thema energie­effiziente Gebäude, dass über 40 Prozent des Primärenergieverbrauchs und über 30 Prozent des CO2-Ausstoßes in Deutschland auf den Gebäudesektor entfallen. Mehr noch: Ohne Optimierung in diesem Sektor würde Deutschland bei dem Großprojekt Energiewende und bei seinen Klimaschutzzielen scheitern. Ein ähnlicher Befund lässt sich wohl auch für andere Länder annehmen.

    Energieeffiziente Gebäude sind jedoch nicht nur ein ökolo­gischer Nachhaltigkeitsfaktor. Auch ökonomisch machen ­Sanierungen und neue Infrastruktur, selbst bei auf den ersten Blick zum Teil hohen Anschaffungskosten, mehr als Sinn. Denn wer Energie spart, spart klarerweise langfristig damit verbundene Kosten.

    Ein simples Beispiel für eine verbesserte Energieeffizienz vor allem in Produktionsgebäuden sind Beleuchtungselemente. LED-Lampen sind energiesparend, umweltfreundlich und obendrein auch nicht gesundheitsschädigend. Diese Vorteile können zum Beispiel die vielerorts noch immer verwendeten Leuchtstoffröhren nicht aufweisen – diese sind zwar im Vergleich zur LED-Röhre kostengünstiger in der Herstellung, aber bei Weitem nicht so energieeffizient (nur rund 60 Prozent im Vergleich zu LED), ­haben mit 30.000 Stunden eine kürzere Lebensdauer als die moderne Konkurrenz (50.000 Stunden) und enthalten Quecksilber. LED-Röhren müssen im Vergleich zu anderen Beleuchtungs­elementen nicht gewartet werden und strahlen Licht zielgerichtet1 aus – das für Menschen unangenehme bis schmerzauslösende (etwa Migräne) Flackerlicht der Leuchtstoffröhren kennen wohl sicherlich einige Mitarbeiter in der Produktion.

    Energieeffizienz betrifft nicht nur Lichtelemente, natürlich lässt sich vor allem in baulicher Hinsicht einiges im Sinne der nachhaltigen Energienutzung optimieren. So können beispielsweise alte, undichte Fenster zu erheblichen Wärmeverlusten und hohen Heizkosten führen. Am L&R Standort in Wien – heute vorwiegend genutzt für Büroräumlichkeiten – wurde vor wenigen Jahren in 120 neue, wärmedämmende Fenster investiert. Damit konnten nun jährlich 101.036 kWh an Heizenergie eingespart werden, was gleichzeitig 25.080 kg2 weniger an emittiertem CO2 beziehungsweise 2.090 Bäumen3, die dieses CO2 nicht verarbeiten müssen, entspricht.

    Sparen bei der Heizenergie – in diesen Bereich fällt auch die Fassadenoptimierung, die an einem Gebäudeteil des L&R Standortes Schönau 2017 und 2018 vorgenommen wurde. Die aus dem Jahr 1960 stammende Fassade wurde durch einen Vollwärmeschutz ersetzt, der nun pro Jahr 30.424 kWh und 7.552 kg2 CO2 einspart (entspricht 630 Bäumen3).

    Energie beziehungsweise Strom sparen – das geht immer. Aber warum den Strom, den man braucht, nicht gleich selbst herstellen – und das noch klimaneutral? Die Lösung hier heißt Photovoltaik. Am L&R Logistikstandort Schönau an der Triesting in Österreich wird dieser Gedanke in die Tat umgesetzt: 2019 werden hier am Dach des Gebäudes auf einer Fläche von 1.200 qm Solarzellen installiert, welche das Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln. Pro Jahr können hiermit circa 200.000 kWh erzeugt werden – 75,7 Prozent dieser Strommenge kann L&R selbst verbrauchen, der Rest wird in das Stromnetz eingespeist und verkauft. Die Anlage wird dabei zunächst für 14 Jahre geleast und geht dann im 15. Jahr in das Eigentum von L&R über. Für die Leasing-Jahre sichert man sich so den Strompreis für ein Drittel des Gesamtbedarfs des Strompreises des Logistikstandortes, ab dem 15. Jahr spart man pro Jahr etwa 17.000 Euro (!) Stromkosten.

    Übrigens: Bereits jetzt nutzt man in Schönau E-Mobilität – im April 2019 errichtete L&R eine Stromtankstelle, an der für Elektroautos Strom bezogen werden kann, diese wird zukünftig ebenfalls mit dem Strom aus der Photovoltaikanlage versorgt. Und ein weiterer Aspekt der E-Mobilität wird heute schon umgesetzt: Kollegen können ein von L&R zur Verfügung gestelltes E-Bike für Fahrten zwischen dem Logistikstandort und dem 1,5 km entfernten Produktions- und Verwaltungs­standort im selben Ort (Schönau) nutzen.

    L&R arbeitet natürlich weiter an der Optimierung seiner Gebäude im Sinne der Energieeffizienz, weitere Projekte an den erwähnten und anderen Standorten sind in Planung. Denn Energieeffizienz ist ein guter Deal – für die Umwelt und für die eigene Geldbörse.

    In den letzten Jahren begann L&R an den Produktionsstandorten Schönau (AT), Neuwied (DE), Slavkov und Nová Paka (CZ) die vorhandenen Beleuchtungselemente auszutauschen und LED-Lampen zu installieren. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen, weitere Gebäudeteile an den Standorten folgen. Aber bereits jetzt sprechen die Zahlen für sich: Dort, wo LED-Lampen im Einsatz sind und Arbeits- und Produktionsrahmenbedingungen ähnlich blieben, konnte der Stromverbrauch zwischen 51 Prozent und 62 Prozent pro Jahr gesenkt werden. Am Standort Nová Paka werden zudem unter anderem sogenannte SMART LED-Lampen verwendet. Diese haben einen speziellen Sensor integriert, der die Tageslicht-Intensität misst und automatisch die eigene Lichtstärke daran anpasst. In den Sommermonaten benötigen diese SMART LED-Lampen daher nochmals weniger Strom als reguläre LEDs. In den Lagerräumlichkeiten wiederum werden LEDs eingesetzt, die einen Bewegungssensor haben. Wenn in einem Korridor zum Beispiel für längere Zeit keine Bewegung zu registrieren ist, wird die Lichtstärke der LED automatisch verringert. Ein ähnliches Lichtkonzept mit Bewegungsmelder und Zeitschaltuhr gibt es auch im Verwaltungsbereich von Schönau.