Stressinkontinenz oder Belastungsinkontinenz

Stressinkontinenz auch oft als Belastungsinkontinenz bezeichnet, ist die mit 35–45% bei Frauen am häufigsten auftretende Form der Harninkontinenz und kann auch schon in jüngerem Alter auftreten. Sie kann aber ebenso Männer betreffen.

Bei dieser Art der Blasenschwäche kommt es durch gewisse körperliche Anstrengungen, die eine Druckänderung im Bauchraum verursachen, wie das Tragen von schweren Gegenständen sowie auch beim Niesen, Husten, Hüpfen und Lachen zu unkontrolliertem Harnverlust.

Grund für diese Symptome ist eine Schwäche der Verschlussmechanismen der Harnröhre. Ursachen für das Auftreten der Stressinkontinenz können unter anderem neben der Schwäche der Beckenbodenmuskulatur auch Übergewicht, chronischer Husten, hormonelle Veränderungen nach den Wechseljahren sowie Operationen im Unterleib.

Betroffene versuchen die auslösenden Tätigkeiten aus Angst und Scham möglichst zu vermeiden.
Wichtig ist es wie bei allen Arten der Blasenschwäche beim Auftreten der ersten Symptome ehestmöglich ärztlichen Rat einzuholen und sich über geeignete Therapiemöglichkeiten zu informieren. Der Einsatz von Inkontinenzprodukten kann die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.
 

Man unterscheidet folgende Schweregrade der Stressinkontinenz:

  • Grad 1: unkontrollierter Harnabgang bei schneller Druckerhöhung im Bauchraum, z.B. Husten, Niesen, Lachen.
  • Grad 2: unwillkürlicher Harnverlust bei leichter körperlicher Belastung, wie Laufen, Heben, Treppensteigen.
  • Grad 3: unwillkürlicher Urinabgang im Stehen.
  • Grad 4: unkontrollierter Harnverlust auch im Liegen.

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