Gesundheitsminister von Rheinland-Pfalz zu Besuch bei L&R: Im Fokus stehen Innovation, Nachwuchsförderung und regulatorische Herausforderungen
Austausch des Medizinprodukteunternehmens mit Clemens Hoch
Rengsdorf, 16. Dezember 2025–Am 8. Dezember begrüßte Lohmann & Rauscher (L&R) den Gesundheitsminister von Rheinland-Pfalz – Clemens Hoch – in Rengsdorf zu einem intensiven Austausch über aktuelle Herausforderungen und Potenziale der MedTech-Branche. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen Themen wie die Bedeutung der Nachwuchsförderung, die Hürden der Medical Device Regulation (MDR) sowie notwendige Anpassungen im Bereich der Gesundheitsversorgung.
Vergangene Woche hieß eine vier-köpfige L&R Delegation – Dr. Klemens Schulz (Geschäftsführer bzw. Chief Portfolio Officer / CPO von L&R), Mark Jalaß (Direktor Marketing & Vertrieb Deutschland / niedergelassener Bereich & Handel und Vorstandsvorsitzender des BVMed) und die L&R Gesundheitspolitik-Expertinnen Olga Berson und Katharina Müller – Clemens Hoch im L&R College in Rengsdorf willkommen. Dr. Klemens Schulz und Mark Jalaß gaben dem Minister für Wissenschaft und Gesundheit in Rheinland-Pfalzeinen fundierten Einblick in das Unternehmen und sein großes und vielfältiges Produkt- und Service-Portfolio, seine Entwicklung hin zu einem „global player“ am weltweiten Medizinproduktemarkt und seine wichtige Rolle als Entwickler, Hersteller und Händler für das Gesundheitssystem in Deutschland. Die Unternehmensgruppe hat heute weltweit bereits mehr als 6.300 Mitarbeitende, an den deutschen L&R Standorten Rengsdorf, Neuwied-Feldkirchen und Neuwied-Block sowie bei den Unternehmenstöchtern OnlineDoctor in Hamburg und aescoLOGIC (Langenfeld, Greifswald, Bordesholm) selbst arbeiten mehr als 1.350 Menschen, darunter mehr als 20 Auszubildende.
Nachwuchsförderung und Standortstärkung
L&R unterstrich seine Rolle als wichtiger Arbeitgeber in der Region und als Partner für berufliche Entwicklung. CPO Dr. Klemens Schulz: „Mit unserem breiten Angebot an Ausbildungsberufen und dualen Studiengängen leisten wir als Unternehmen einen entscheidenden Beitrag zur Nachwuchsförderung und zur langfristigen Sicherung des Standorts.“ Besonders das Mittelrhein-Modell (duales Studium) fand bei Minister Hoch großen Anklang: „Ich freue mich sehr über alle Unternehmen, die, wie L&R z. B. mit dem dualen Studium oder der eigenen L&R Academy, in Mitarbeitende und ihre Kompetenzen investieren. Dies hält langfristig qualifizierte Fachkräfte in der Region und stärkt gezielt die Innovationskraft der Industrie in Rheinland-Pfalz.“
Regulatorische Herausforderungen bremsen Innovationskraft
Ein zentrales Thema des Gesprächs war der enorme bürokratische Aufwand, den die Europäische Medizinprodukteverordnung (MDR) mit sich bringt. Für den zukünftigen Prozess der Rezertifizierung fordert die Branche seit langem erhebliche Entlastungen. Auch die hohen Anforderungen an die Generierung klinischer Evidenz stellen eine Hürde für die Weiterentwicklung von Produkten dar. Dabei könnten Kooperationen mit universitären Einrichtungen, wie der Universitätsmedizin Mainz oder der Hochschule Ludwigshafen, dazu beitragen, Innovationen schneller auf den Markt zu bringen.
Ein weiteres zentrales Thema war der Datenschutz. Der Minister betonte: „Wir gehen an unserem Datenschutz zu Grunde, denn obwohl der Schutz der Privatsphäre unserer Bürger von höchster Bedeutung ist, müssen wir gleichzeitig Wege finden, um den technologischen Fortschritt zu fördern und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.“ Die aktuellen Anforderungen verhindern den Einsatz moderner Technologien, die eine effizientere und qualitativ hochwertigere Patientenversorgung ermöglichen könnten. L&R fordert daher eine pragmatische Lösung, die Datenschutz und Datennutzung in Einklang bringt und eine sichere, vernetzte Dateninfrastruktur schafft.
Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sichern
Neben den regulatorischen Herausforderungen wurden auch wirtschaftliche Belastungen, wie steigende Zölle und Energiekosten, thematisiert. L&R sprach sich für die Nutzung eines reduzierten Industriestromtarifs aus, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu stärken.
Medizinprodukte-Unternehmen & MedTech als Wirtschaftsfaktor
Als BVMed-Vorstandvorsitzender wies Mark Jalaß insbesondere auf die Wichtigkeit der Medizinprodukte bzw. Medizintechnik-Branche in Deutschland hin. „Ich freue mich sehr, dass wir es von Seiten des BVMed geschafft haben, dass die Medizintechnik-Branche auf Bundesebene bzw. im Koalitionsvertrag als Leitwirtschaft genannt ist und wir, neben der Pharma, den Medizintechnikdialog im Bundeskanzleramt etablieren konnten. Das ist ein sehr wichtiger Schritt und Erfolg für die Branche – und wird uns und unserer Leistung für die Gesellschaft nun gerecht.“
Der BVMed und die Medizintechnikbranche bewerten die erstmalige Benennung der Medizintechnik als Leitwirtschaft ausdrücklich positiv. Insbesondere der angekündigte Start einer eigenständigen MedTech-Strategie im Bundesministerium für Gesundheit stellt einen wichtigen Schritt zur Stärkung des Standorts dar. Entscheidend ist nun, dass dem positiven Auftakt im Bundeskanzleramt zeitnah konkrete, umsetzbare Maßnahmen in allen relevanten Arbeitsgruppen folgen.
Die Gespräche mit dem Gesundheitsminister haben verdeutlicht, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft für die Zukunft der Medizintechnik-Branche ist. L&R wird weiterhin aktiv daran arbeiten, die Innovationskraft der Region zu fördern und die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige und effiziente Gesundheitsversorgung zu verbessern.